Nachbarrecht

Das Nachbarrecht oder auch Nachbarschaftsrecht regelt die rechtlichen Beziehungen zwischen denjenigen Personen, die auf nebeneinanderliegenden Flächen wohnen oder ihren Beruf ausüben und kommt beim Nachbarstreit oder Nachbarschaftsstreit unter Nachbarn zu Anwendung.

Das Nachbarrecht ist nicht allein in einem einzigen Gesetz geregelt. Nachbarrechtliche Gesetze finden sich sowohl im privaten als auch im öffentlichen Recht. Neben dem in den meisten Bundesländern auffindbaren privatrechtlichen Nachbarrechtsgesetzen (z.B. Nachbarrechtsgesetz NRW) existieren viele einzelne, das nachbarliche Miteinander betreffende Vorschriften im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), in den verschiedenen Bauordnungen (z.B. BauO NRW), den landes- und bundesrechtlichen Immissionsschutzgesetzen, dem Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG), dem Bundeswasserhaushaltsgesetz und Landeswasserhaushaltsgesetz (WHG und LWG NRW) sowie zahlreichen zu diesen Gesetzen ergangenen Verordnungen und Satzungen.

Im Mittelpunkt des Nachbarrechts stehen jedoch die in vielen Ländern vorhandenen Nachbarrechtsgesetze. Sie ergänzen die sonstigen Regelungen des Nachbarrechts und finden als privates Nachbarrecht häufig zusammen mit den dem primären und repressiven Nachbarschutz dienenden Ansprüchen Anwendung (z.B. Abwehr von Gas, Dämpfen, Gerüchen, Rauch, Ruß, Wärme oder Lärm bzw. Beseitigung und Unterlassung).

Das Nachbarrechtsgesetz NRW aus dem Jahr 1969 regelt vor allem den zulässigen Grenzabstand von Gebäuden des Nachbarn zum eigenen Gebäude (§§ 1 ff. NachbG NRW), die Zulässigkeit des Einbaus von Fenstern (§§ 4 ff. NachbG NRW), die Errichtung von Nachbarwänden und Anbauten (§§ 7 ff. NachbG NRW) sowie Grenzwänden (§§ 19 ff. NachbG NRW), das Hammerschlags- und Leiterrecht (§§ 24 ff. NachbG NRW), die Zulässigkeitsvoraussetzungen von Schornsteinen, Lüftungsanleitungen und Antennenanlagen (§ 26 NachbG NRW), die Abführung von Niederschlagswasser und Abwasser (§ 27 ff. NachbG NRW), Bodenerhöhungen, Aufschichtungen und sonstigen Anlagen wie Steinen, Holz und dergleichen (§§ 30 ff. NachbG NRW), Einfriedungen (§§ 32 ff. NachbG NRW), Grenzabständen für Pflanzen und Bäume (§§ 40 ff. NachbG NRW) sowie die mit diesen Sachen zusammenhängenden Ansprüche des jeweiligen Nachbarn, die entweder als Grundstückseigentümer, Grunddienstbarkeitsberechtigte oder als Erbbauberechtigte auftreten.

Fragen und Streitigkeiten im Nachbarrecht betreffend oftmals diese Gegenstände:

Abmahnung, Abstände, Äste, Baum, Eigentum, Einfriedung, Einspruch, einstweilige Verfügung, Gartenhaus, , Gestaltung, Gewährleistung, Grenze, Grenzmauer, Grundstücksgrenze, Klage, Nachbargrundstück, Notwegerecht, Nutzungsrecht, Privatweg, Schutzschrift, Überbau, Überhang, Überwuchs, Unterlassungsklage, Verzug, Widerspruch, Wegerecht, Verjährung.

Im Zusammenhang mit präventiven und repressiven Nachbarschutz in Bonn und Umgebung kommen insbesondere folgende anwaltliche Dienstleistungen bzw. Geschäftsbesorgungen in Betracht:

  • Beratung aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung und mitgebrachter Unterlagen sowie Auskunft über mögliche Vorgehensweisen bei nachbarrechtlichen Fragen,
  • Durchsetzung von Ansprüchen und Rechten bei (unzulässigen) Äußerungen und Beleidigungen, Einfriedungen, Lärm, Pflanzen und Pflanzabständen, Tieren und sonstigen Beeinträchtigungen von Besitz, Eigentum und gleichrangiger Rechte sowie
  • (außer-) gerichtliche Vertretung, auch im Schlichtungsverfahren sowie in erster und zweiter Instanz